Strahlfäule (Hufkrankheit) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thiemo Kellner   
Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 22:27 Uhr

Strahlfäule und Hornfäule sind synonym. Bei der Strahlfäule wird der Strahl zersetzt. Hauptverursacher scheint eine Bakterie zu sein. Die Zerstörung kann auch auf das Sohlenhorn übergreifen. Die Hornfäule deutet auf mangelhafte Sauberkeit hin. Ungenügender Druck auf den Strahl begünstigt Strahlfäule.

Diagnose

Die Zersetzung bildet einen schwarz-grauen, schmierigen, unangenehm riechenden Belag insbesondere in den Strahlfurchen. Der Strahl ist zerklüftet. Es bilden sich Hornlappen, welche an wenigen Stellen mit dem nicht betroffenen Material verbunden ist. Geht die Strahlfäule tief kann das Pferd auf der Stützbeinphase lahmen oder gar beim Auskratzen Schmerz empfindlich sein.

Behandlung

Grundlegend ist die Verbesserung der Sauberkeit. Am Strahl wird alles zerfledderte Material weggeschnitten. Der Strahl soll relativ feine Flächen bekommen. Wichtiger aber noch ist, dass keine Lappen und Taschen bleiben, wo sich der Schmutz festsetzen kann. Es muss eine ausgewogene Mischung gefunden werden zwischen Entfernen von kaputtem Strahlhorn und dem Aufbau von Druck auf den Strahl durch Bodenkontakt. Ersteres ist aber klar stärker zu gewichten, zumal der Druck mittels Hufschuhen und Einlagen erreicht werden kann.

Begleitend sollte der betroffene Bereich desinfiziert werden. Zahnpasta ist zur "Notfallbehandlung" einen Versuch wert. Auf längere Sicht ist ein Desinfektionsmittel besser, das den Strahl nicht austrocknet. Eine Möglichkeit, welche ich noch nicht ausprobiert habe, ist die von effektiven Mikroorganismen (EM). Dies sind aktivierte "aufbauende" Mikroben, welche die abbauenden verdrängen (sollen). Man könnte die EM-Lösung nach dem Desinfizieren oder vielleicht auch anstelle davon anwenden. Sie könnte sogar die Hygiene des gesamten Stalls verbessern, wenn sie darin versprüht würde.

Essigwasser (im Mischungsverhältnis 1:1) kann täglich für ein paar wenige Minuten auf den Huf einwirken gelassen werden. Hier gilt für mich das Prinzip häufig kurz ist besser als weniger häufig und länger. Als Essig kann der billigste zum Beispiel Apfelessig genommen werden. Manche Pferde stehen nicht gerne in Eimern. Bei diesen kann man einen Hufschuh nutzen, wenn einer vorhanden ist. Die speziell dafür ausgelegten wie Soaker füllt man ein wenig mit der Mischung. Bei normalen läuft Flüssigkeit ab, so dass dort besser mit eingelegten, mit Essigwasser getränkten Lappen gearbeitet werden sollte. Andere wie der Glove sind gänzlich ungeeignet, da sie keinen Platz für Einlagen bieten. Da das Pferd mit dem Schuh ohnehin nicht viel herum laufen soll, ist die Passgenauigkeit vernachlässigbar. Diese Lappen können auch ohne Hufschuhe um die Hufe gewickelt und mit eine Schnur befestigt werden. Diese Lappen gehen aber sehr schnell kaputt.

Quellen

  • Urban, D.: Lehrgang zum Barhufpfleger nach Natural Hoofcare
  • Kellner, S.: Manuskript zur Tierheilpraktikerausbildung, Zentrum für Weiterbildung, Commanderie de Sales, 2007
  • Stashak, T. S.: Adams' Lahmheiten bei Pferden, 1989, 4. Auflage

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. September 2014 um 20:07 Uhr