Mauke/Raspe (Krankheit) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thiemo Kellner   
Donnerstag, den 23. Dezember 2010 um 14:39 Uhr

Mauke (Fesselekzem) und Raspe bezeichnen im Wesentlichen dasselbe. Einzig der Ort des Auftretens ist unterschiedlich. Während von Mauke gesprochen wird, wenn die Symptome im Fesselbereich, insbesondere Fesselbeuge, auftreten, bezieht sich die Raspe auf das gleiche im Bereich der Fußwurzel- bzw. Handwurzelgelenke, insbesondere deren Beugen.
Sie beginnt mit einem leicht zu übersehenden, schmierigen und seltsam riechenden Belag. Später können sich Wunden öffnen, die nässen. Der Belag mit Wundflüssigkeit kann zu einer weißen, schwer bröckligen Kruste "gerinnen", welche sich durchaus einige Zentimeter entfernt von den Wunden bilden kann. Die Menge kann im Vergleich zu den Wunden überraschend groß sein. Unterschiedlich starker Juckreiz tritt auf. Bei Mauke-Pferden konnte ich Scheuern und vor allem an der Hinterhand heftiges Hufstampfen beobachten, welches ich auf den Juckreiz zurück führe. Wenn die Mauke/Raspe in schwerer Form längere Zeit besteht, kann die Haut im betroffenen Bereich dick und recht unbeweglich werden. Dies führt zu einer Funktionseinschränkung des entsprechenden Gelenkes.
Neben Milben können auch Pilze, insbesondere Malassezien, der Ursprung sein. Wenn sich die Haut öffnet ist die Gefahr einer Sekundärinfektion durch Bakterien und anderes sehr groß. Ungenügende Hygiene, insbesondere Dauernässe, liefert den Krankheiten erheblich Vorschub.

Diagnose

Als Kriterium wird der schmierige, seltsam riechende Belag herangezogen. Eine offene Wunde an den Stellen alleine genügt nicht. Diese kann ohne Mauke/Raspe entstanden sein.

Behandlung

Grundsätzlich muss die Hygiene überprüft und gegebenenfalls verbessert werden. Lokal kann Iodlösung gegen die Infektion aufgetragen werden. Hilfreich ist auch die Stärkung des Immunsystems (Ernährung, Stress) Schwarzteebäder helfen durch die Gerbstoffe gegen den Juckreiz. Auch Bäder/Waschungen mit Eichenrindensud kann überlegt werden. Wichtig ist das Trocken-Halten, wobei Babypuder helfen kann.

Quellen

- Urban, D.: Lehrgang zum Barhufpfleger nach Natural Hoofcare
- Kellner, S.: Manuskript zur Tierheilpraktikerausbildung, Zentrum für Weiterbildung, Commanderie de Sales, 2007

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. April 2012 um 20:21 Uhr