Hufabszess (Hufkrankheit) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thiemo Kellner   
Donnerstag, den 23. Dezember 2010 um 15:34 Uhr

Hufabszess und Hufgeschwür bezeichnen das gleiche. Eine Zusammenhangstrennung in der Weißen Linie kann zu einer entzündlichen Infektion der Lederhaut führen. Insofern entspricht der Hufabszess einer lokal beschränkten Hufrehe. Die Ursachen für die Trennung können verschiedene sein. Insbesondere bei trockenen Hufen können Eintreten von Steinchen oder anderen Fremdkörpern in die Weiße Linie der Auslöser sein. Insofern entspricht das Hufgeschwür einem Nageltritt, bei dem sich der Eindringkanal wieder geschlossen hat. Auch aus einer chronischen Rehe kann sich ein Hufabszess entwickeln.
Da für die Entzündungsprodukte keine Abflußmöglichkeit besteht, breitet sich die Entzündung in Richtung Kronsaum aus, so dass es dort ohne entsprechende Behandlung zur Bildung einer Fistelöffnung kommen kann.
Es ist nicht auszuschließen, dass ein Hufgeschwür zu einer akuten Hufrehe führt.

Diagnose

Schon bevor eine Fistelöffnung entsteht, geht das Pferd lahm bei der Stützbeinphase. Der Grad der Lahmheit kann ganz unterschiedlich sein - je nachdem, wo sich der Entzündungsherd befindet, wie groß er ist und wie der Huf bearbeitet ist. Generell reagiert ein Pferd an der Zehenspitze empfindlicher als an den Seiten.
An der Weißen Linie und an der Sohle können sich (an der Oberfläche ganz feine) dunkle Löcher und Spalten befinden, deren Tiefe durch möglichst klein räumiges aber trichterförmiges Ausschneiden untersucht werden sollte. Gelangt man dabei an die Huflederhaut kann Eiter unter Druck austreten und spritzen. Eine Untersuchung mit lokalem Druck (Hufuntersuchungszange, u. U. Daumen) kann eine Diagnose schon vor der Fistelbildung ermöglichen.

Behandlung

Findet sich die Eintrittsstelle an der Sohle oder in der Weißen Linie wird eine Drainage geschnitten, damit der Druck von der Entzündungsstelle genommen wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Huflederhaut nicht verletzt wird. Letztes darf eigentlich nur der Tierarzt.
Kann der Herd an der Wand lokalisiert werden, kann auch eine Öffnung in die Wand gebohrt werden.
Die Öffnung wird desinfiziert und mit Gaze und zumeist Verband verschlossen. Das Sauber-Halten der Öffnung ist für eine erfolgreiche Heilung entscheidend.

Quellen

  • Urban, D.: Lehrgang zum Barhufpfleger nach Natural Hoofcare
  • Stashak, T. S.: Adams' Lahmheiten bei Pferden, 1989, 4. Auflage

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. April 2012 um 20:20 Uhr