Was ist gutes Heu? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thiemo Kellner   
Sonntag, den 29. August 2010 um 09:18 Uhr

Frage: Was ist gutes Heu?

Antwort: Ideales Heu hat für mich folgende Eigenschaften:

  1. Es besteht aus vielen verschiedenen Pflanzen und nicht nur dem heute an ganz vielen Orten für die Kühe vornehmlich angebauten deutschen Weidelgras.
  2. Es enthält keine Giftpflanzen wie das Jakobskreuzkraut, welches in Teilen von Deutschland große Probleme verursacht. Ich würde mich nicht darauf verlassen, das Pferde grundsätzlich keine giftigen Pflanzen fressen, weil die wild lebenden Pferde das ja auch nicht tun. Das wild lebende Pferde das auch nicht tun, kann durchaus sein, weil die, welche es getan haben, daran krepiert sind.
  3. Es enthält nicht zu viel Zucker insbesondere Fruktan. Bei einem Zuckergehalt von höchstens 8 % ist die Gefahr von Hufrehe wegen des Zuckers fast nicht vorhanden. Leider ist die Ermittlung des Zuckergehaltes im Einzelfall zwar nicht sehr teuer, aber man muss von jedem Los, das man kauft, einen Querschnitt prüfen lassen. Wenn man nicht große Mengen kauft, läppert sich da schon etwas zusammen.
  4. Es ist nicht verschimmelt. Schimmelbefall kann auch recht versteckt sein. Ich hatte einmal Heu, welches beim Abreißen vom Rundballen große, weiße Wolken frei gesetzt hat. Diese hat muffig gerochen. Der Heuverkäufer meinte, das sei einfach Staub. Da das Futter nicht in meiner Verantwortung war, habe ich es dabei belassen. Heute bin ich mehr noch als damals davon überzeugt, dass das Heu schimmlig war. Ich denke es ist feucht geworden, hat geschimmelt und ist später wieder vollkommen getrocknet und die großen, weißen Wolken waren Schimmelpilzsporen.
  5. Es hat einen typischen, aromatischen, angenehmen Geruch. Es ist seltsam, aber das erste Mal, als ich richtig gutes Heu roch, wusste ich es sofort.
  6. Es ist blass grün und ohne Belag.
  7. Es ist beim Anfassen zwar rau, aber nicht holzig. Dies ist in der Regel bei einem Schnitt in der Mitte der Grasblüte gegeben. Überständiges Heu verholzt und wird mit fortschreitender Überständigkeit dem Stroh immer ähnlicher (siehe auch "Warum soll das Pferd kein Stroh fressen?").
  8. Es staubt beim Aufschütteln nicht.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Mai 2012 um 17:54 Uhr